Die Fachmesse für das bodenlegende Handwerk, die EstrichParkettFliese EPF, zeigte an der Bayerischen BauAkademie in Feuchtwangen drei Tage lang Innovationen: 9% mehr Fachbesucher als zur EPF 2011 besuchten 8% mehr Aussteller. Die internationale Messe bietet das Forum für den Branchentreff schlechthin. Verbände, Unternehmen und Besucher ziehen eine positive Bilanz.

Die Branchenmesse EPF wurde eröffnet und hatte vom Start weg ein volles Haus. Kaiserwetter, eine brummende Baukonjunktur und die Rekordzahl von mehr als 200 Ausstellern, die an drei Messetagen für alle Segmente des Fachhandwerks einen bunten Strauß von Produkten und Innovationen bereithielten, führten schon am ersten Messetag zahlreiche Besucher zur 10. Fachmesse der Fußbodenbranche nach Feuchtwangen. Die großen und wichtigen Unternehmen der Branche präsentierten umfassend und hochwertig neue Produkte, Anwendungstechniken und weiterentwickelte Einsatzgeräte.

In ihren Grußworten gingen die Ehrengäste auf die hohe Wertigkeit der Messe ein, die es „aus den Kindertagen von Burgthann“ geschafft hat, zu einer Veranstaltung mit internationalem Rang – und bestem Ruf – zu avancieren. Die hohe Bedeutung für die Fachwelt erschließt sich nicht nur aus der umfassend alle Belange der handwerklichen Ausführung abdeckenden Ausstellung. Mit zahlreichen Vorträgen über den Stand der Technik, wichtige technische Innovationen sowie unternehmerische und organisatorische Belange bot auch das Rahmenprogramm der EPF den Messegästen wesentliche Impulse zur Information und Diskussion. Nicht zuletzt sind es die persönlichen Kontakte und Gespräche über eigene Erfahrungen in der Baupraxis, die aus der „Estrichmesse“ eine über die Gewerke greifende moderne „fachliche Familienveranstaltung“ machen. Es ist traditionell diese Basis der breiten Kommunikation, die über den Gesprächsstoff von heute die Themen von morgen generiert.

Der Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen Dipl.-Ing. Franz Xaver Peteranderl freute sich in seinem Grußwort auf die vielen Neuigkeiten rund um den Fußboden: „Die EPF ist traditionell Spiegel der weiterhin permanent wachsenden technischen und gestalterischen Erwartungen, die heute von Bauherren, Investoren und Architekten nicht zuletzt auch unter den Aspekten Energieeffizienz und Behaglichkeit abgefordert werden. Hierfür gilt es, im Bodenaufbau ein weiteres Gewerk zu integrieren, nämlich die Heizungs- und Klimatisierungstechnik. Für den gut ausgebildeten Handwerksprofi ist das eine Herausforderung, die sprichwörtlich zu meistern ist und keineswegs ein Problem.“

Damit nannte er zugleich Stichworte für die allgemeine Situation der Branche, die er mit deutlich weniger Freude betrachtet. Zwei Sorgen machen ihr zu schaffen, zum einen der Rückgang der dualen Ausbildung, zum anderen die Flut der Betriebe und deren Fluktuation. Für die duale Ausbildung und für die Meisterqualifikation spricht das hohe Niveau in Bezug auf das fachliche Wissen und Können im Beruf. In der gesamten EU stellt dieser Berufseinstieg eine Ausnahme dar. Doch wird es immer schwerer, junge Leute für die Ausbildung am Bau zu gewinnen. Aktuell gibt es in Deutschland nur 110 Auszubildende für den Estrichlegerberuf. Und die Zahl der Einsteiger in die Lehre bewegt sich bei rund 30 pro Jahr. Der Appell, mehr auszubilden, geht an alle meistergeführten Fachbetriebe.

Er trifft indirekt aber auch die aberwitzige Situation, dass die Zahl dieser Betriebe allmählich untergeht in der Flut der „meisterlosen Betriebe“. Die Statistik macht die Misere offenkundig. Gab es im Jahr 2000 rund 12.000 Betriebe im Fliesenlegergewerk, so stiegen diese bis heute an auf mehr als 70.000 – bei den Estrichlegern verlief die Entwicklung analog. Für die betroffenen Gewerke ist also die einst so hoch gelobte Novellierung der Handwerksordnung keine Erfolgsgeschichte. Im Gegenzug fiel die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen aktuell auf rund 100 jährlich.

„Wir haben etwa 40% der Aussteller und etwa 10% der Fachbesucher interviewt. Es besteht große Zufriedenheit über das Erreichen der individuellen Ziele.“, so Gabriela Gottwald, Geschäftsführerin der Bayerischen BauAkademie. Die nächste EstrichParkettFliese findet in drei Jahren, im Sommer 2017, statt.
Kontakt:

Bayerische BauAkademie
Geschäftsführerin Dipl.-Ing. FH Gabriela Gottwald
Ansbacher Straße 20
91555 Feuchtwangen
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Bayerische BauAkademie

Mehr als 3.800 Teilnehmer pro Jahr nutzen die Angebote aus den Bereichen Bautechnik Hoch- und Tiefbau, Betontechnologie, Führerscheine für Baugeräte, der Baumaschinentechnik und des Managements, wie z.B. Weiterbildungen im Baurecht, Betriebsführung und EDV. Im Bereich Bautechnik Beton wird außerdem ein Lehrgang zur Erweiterten Betontechnologischen Ausbildung angeboten sowie speziell für den Hochbau die Ausbildung zum Energieberater. In den Vorbereitungslehrgängen zur Meisterprüfung erhalten die Teilnehmer alljährlich ihren Abschluss zum Estrichlegermeister, Fliesenlegermeister und Isolierermeister.

Fortbildungslehrgänge für Facharbeiter, gehören ebenso zum Programm wie Kurse für Führungskräfte im Handwerk oder Sachverständige sowie Kongresse zu aktuellen Fachthemen, zum Beispiel das Experten-Forum-Beton.

Alle Kurse sind so gestaltet, dass sie praxisnahes Fachwissen, notwendige Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen zielgerichtet für das Handwerk vermitteln – genau abgestimmt auf die Bedürfnisse des Baualltags und weit darüber hinaus.