Holzbearbeitung

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Eine repräsentative Umfrage in der Region Steigerwald zeigt: Nur eine Minderheit ist für die Einrichtung eines Nationalparks. Die Holzindustrie sieht in der Weiterentwicklung des Naturparks einen Kompromiss.

Die Mehrheit der Bewohner (57 Prozent) ist gegen die Einrichtung eines Nationalparks im nordbayrischen Steigerwald. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Gerhard Eck, Vorsitzender des Vereins "Unser Steigerwald", im Rahmen einer Pressekonferenz am 25. September 2014 in Rauhenebrach vorstellte. Im Vergleich zum bestehenden Naturpark brächte ein Nationalpark mehr Nutzungseinschränkungen und Betretungsverbote mit sich. Knapp ein Drittel (36 Prozent) – und damit die Minderheit der Bewohner – befürwortet die Einrichtung eines Nationalparks in der Steigerwald-Region. Wenn dadurch jedoch weniger heimisches Holz genutzt werden kann, befürworten nur noch 23 Prozent der Befragten die Einrichtung von mehr Naturschutzgebieten.

 

Der Verzicht auf die nachhaltige Nutzung der dortigen Buchenwälder sei absurd, sagen auch die ansässigen Betriebe der Holzindustrie; sie wollen das heimische Holz weiter nutzen. „Denn Holz ist einer der wichtigsten heimischen Rohstoffe, dessen nachhaltige Nutzung und Verwendung einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Entwicklung einer ökologischeren Wirtschaft leistet. Die im Steigerwald übliche naturnahe Waldbewirtschaftung garantiert zudem den Schutz wertvoller Arten und Biotope“, erklärt Jochen Winning, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern / Thüringen e.V.. „Aufgrund dieses zunehmenden Nutzungskonflikts ist es wichtig, gemeinsam Konzepte für die Nutzung und den Schutz des Steigerwaldes zu entwickeln. Hier bietet der Naturpark für uns die besten Vorraussetzungen“, ergänzt Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR).

Naturpark als sinnvolle Alternative zum Nationalpark

"Die Ergebnisse sind für unsere Branche eine wichtige Botschaft. Deshalb sollten wir ein für alle Seiten verträgliches Konzept in der Region entwickeln", sagt auch Lars Schmidt, Generalsekretär des Bundesverbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie e.V. (DeSH). Für die Holzbranche liegen die Vorteile eines Naturparks auf der Hand: ausgebaute Wegenetze sowie Freizeit- und Sportmöglichkeiten, eine touristische Infrastruktur, der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Natur und Waldlandschaft, die Arbeitsplätze erhalten. Schmidt: "Von einem Schutzgebiet profitieren alle Seiten sowie die Natur selbst. Hinzu kommt die Klimaschutzleistung, die durch die Bewirtschaftung des Waldes deutlich höher ist, als bei einem Nationalpark – einer nicht genutzten Waldfläche."

Waldnutzung sorgt für Artenvielfalt und Klimaschutz

Ohnesorge appelliert daran, pauschale Flächenstilllegungen per Gesetz als vermeintliche Naturschutzmaßnahme zu überdenken. Denn "nicht die Größe und Anzahl der geschützten Flächen ist für eine nachhaltige Waldentwicklung entscheidend, sondern die Art und Weise, wie die Fläche genutzt wird", so der Geschäftsführer der AGR und studierter Forstwirt.

Mehr als 18 Prozent der deutschen Waldfläche stehen unter strengem Schutz und dürfen nur eingeschränkt bewirtschaftet werden. Hinzu kommt ein Anteil von fünf Prozent der deutschen Wälder, der gar nicht forstwirtschaftlich genutzt wird. So verzichtet bereits ein Großteil der zwei Millionen deutschen Waldeigentümer freiwillig – aus ökologischen, ideellen oder wirtschaftlichen Gründen – auf die Bewirtschaftung eines Teils ihres Eigentums. Der direkte Vergleich zwischen Wirtschaftswald und stillgelegten Waldflächen zeigt andernorts zudem, dass in einem nachhaltig und naturnah bewirtschafteten Wald die durchschnittliche Anzahl der Tier- und Pflanzenarten deutlich höher sein kann, als auf einer vergleichbaren stillgelegten Fläche.

Regionale Holz- und Waldwirtschaft stärkt den Wirtschaftsstandort

"Jeder Nutzungsverzicht in Form von Nationalparks bedroht Arbeitsplätze. Und diese können nicht durch staatlich subventionierte Beschäftigungsverhältnisse, wie sie zum Beispiel eine Nationalparkverwaltung mit sich bringt, ersetzt werden", erklärt Lars Schmidt. Er ist gegen die Ausweisung von Naturschutzflächen – also einen Nationalpark – per Gesetz: "Naturschutzziele lassen sich ebenso, wenn nicht besser, im Rahmen der forstlichen Managementplanung erreichen."

Über die Befragung:

Im Auftrag des Vereins Unser Steigerwald e.V. hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH vom 4. bis 22. August 2014 eine repräsentative Befragung von 1.001 Anwohnern in der Region Steigerwald durchgeführt. Dabei wurden 331 Personen in der kreisfreien Stadt Bamberg, 261 Personen in der kreisfreien Stadt Schweinfurt und 409 Personen in den an den Steigerwald angrenzenden Gemeinden in den Landkreisen Bamberg (85 Personen), Haßberge (218 Personen) und Schweinfurt (106 Personen) telefonisch befragt.