Holzbearbeitung

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Baumriese erwacht als Furnier zu neuem Leben

Bad Honnef/Havixbeck. So ein Exemplar findet nur sehr selten seinen Weg zu einem Furnierhersteller: 8,70 Meter lang, mehr als einen Meter im Durchmesser, ein Volumen von 7,25 Festmetern und gut 8,7 Tonnen Gewicht lauten die imposanten Eckdaten einer Eiche, die jetzt beim Furnierwerk Wehmeyer im müns-terländischen Havixbeck verarbeitet wird. „Der Stamm ist auf-grund seiner Dimensionen wirklich einzigartig und mit rund 200 Jahren ist der Baum bereits ein echter Senior“, freut sich Ge-schäftsführer Heiner Wehmeyer über den einzigartigen Zugang.

 

Die aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammende, riesige XXL-Eiche stand bis zu ihrer Weiterverarbeitung im Revier Bad Rappenau-Kirchhardt im schönen Baden-Württemberg. „Der Baum wurde höchstwahrscheinlich nicht gepflanzt, sondern stammt aus einer Naturverjüngung und der alten Mittelwald-Wirtschaft, die bis rund 1870 im Kraichgau vorherrschend war“, berichtet Martin Rüter, Forstdirektor vom Landratsamt Heilbronn. „Dabei hat man nur einige wenige Stämme aus Kernwuchs zu dickem Bauholz ausreifen lassen und das Unterholz alle 20 bis 30 Jahre auf den Stock gesetzt, also kniehoch abgeschnitten.“ Das Ergebnis von so viel Platz für ein ungestörtes Wachstum ist neben dem imposanten Auftritt des Baumes mit einem ungewöhnlich dicken Stamm und einer großen Krone ein gleichmäßiger Aufbau der Jahresringe und eine wunderbare Farbe: Eine Kombination, die sich ideal für die Herstellung von attraktivem Furnier eignet. „Die einmalig dimensionierte Eiche verarbeiten wir zu zwei unterschiedlichen Produkten: Zum einen zu Schnittholz und aus den besonders schönen Teilen dieses so genannten ‚Teilfurnierstamms‘ werden einzigartig edle Furniere erzeugt“, fügt Heiner Wehmeyer hinzu und freut sich abschließend: „Stämme dieser Dimension in der vorliegenden Güte sind äußerst rar und vom Erscheinungsbild her unglaublich schön.“ IFN/DS

So wird Furnier hergestellt: Furnier wird aus dem Holz ausgewähl-ter Bäume gewonnen, die überwiegend in nachhaltig bewirtschafte-ten Wäldern gewachsen sind. Die zumeist verwendeten Baumarten sind Ahorn, Buche, Eiche, Esche und Nussbaum aus heimischen, europäischen und im Falle von Eiche, Ahorn und Nussbaum auch amerikanischen Wäldern. Ist der richtige Baum gefunden, wird er geschält, gemessert oder gesägt. Dabei entstehen Holzblätter, die rund 0,45 bis 6 Millimeter dick sind. Diese werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, zugeschnitten und zu einem Deck zu-sammengesetzt. Diese Furnierdecks werden anschließend auf Trä-germaterialien wie Massivholz-Stäbchenplatten, Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt und verpresst.

Initiative Furnier + Natur (IFN)
Die Initiative Furnier + Natur (IFN) e.V. wurde 1996 von der deut-schen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründet. Ziel des Ver-eins mit Hauptsitz in Bad Honnef ist die Förderung des Werkstoffes Furnier. Er wird getragen von europäischen Unternehmen aus der Furnierindustrie, dem Handel und der Furnier verarbeitenden Industrie sowie Fachverbänden der Holzwirtschaft.

Bild 1: Förster Artur Hofmann vor der beeindruckenden Eiche. Foto: IFN/Landratsamt Heilbronn

Bild 2: Jörg Hülskötter, techn. Angestellter beim Furnierwerk Weh-meyer, beim Abladen des Baumes. Foto: IFN/Wehmeyer Furnierwerk

Weitere Informationen zum Thema Furnier unter www.furnier.de