Betriebsmittel

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Die Lackiertechnologie gehört heute neben der Folienbeschichtung und dem Direktdruck zu den Spitzentechnologien in der Oberflächenbearbeitung, wobei der herkömmliche Begriff Lackieren immer mehr durch den Begriff der Flüssigbeschichtung ersetzt wird. Die technischen Angebote zum Lackieren reichen dabei je nach Anforderung von der kompakten Einzelmaschine bis zur vollautomatischen Hochleistungslackieranlage.

Bei den üblichen Arbeitsbreiten, die von 0,4 m bis zu 2,4 m reichen, werden Vorschubgeschwindigkeiten bis zu 120 m/min problemlos erreicht.
In der Möbelindustrie haben herkömmliche Nitrocellulose- und Polyurethanlacke noch einen Marktanteil von rund 50 %. Im Holzhandwerk dürfte dieser Anteil noch höher sein. Wegen des erheblichen Gehaltes an organischen Lösemitteln werden diese Produkte durch umweltfreundlichere Lacksysteme ersetzt.
Die Strahlungshärtung von Lacken ist dazu ein besonders fortschrittliches Verfahren. Dabei werden Möbellacke nach dem Auftragen mit ultraviolettem Licht oder Elektronenstrahlen gehärtet. Strahlungshärtende und wasserverdünnbare Lacksysteme sind deshalb die Produkte der Zukunft. Sie sind nicht nur weitgehend frei von organischen Lösemitteln, sondern sind auch in punkto Qualität, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit anderen Systemen überlegen. Die Emissionen sind bei modernen Maschinen und Anlagen um bis zu 90 % geringer als bei den noch vor wenigen Jahren angebotenen Lösungen. Auch der Lackverbrauch ist bei neuen Anlagen deutlich geringer.
Bei Einsatz der Ultraviolett-Technologie sinken die Energie- und Materialkosten drastisch. Ultraviolett trocknende Lacke bestehen aus flüssigen Bestandteilen, die sich unter Einwirkung einer energiereichen UV-Strahlenquelle zu einem trockenen festen Film vernetzen. Die Härtung erfolgt sozusagen augenblicklich. Die Dauer dieses Prozesses hängt von der Maschinengeschwindigkeit und der Anzahl der UV-Lampen einschließlich deren Intensität sowie der Art des zu bedruckenden Werkstoffes ab. Im Ergebnis entsteht ein trockener und fester Lackfilm, der mit einer sehr dünnen Kunststofffolie vergleichbar ist. Die schnelle Trocknung macht Pudern unnötig, sodass der Eigenglanz der Farbe nicht beeinträchtigt wird. Durch die sofortige Trocknung hat man ein direkt beurteilbares Ergebnis ohne Verfälschung durch den Trocknungsprozess. UV-trocknende Farben sind lösemittelfrei, weshalb giftige Ausdünstungen, wie sie bei herkömmlicher Trocknung auftreten, entfallen. Da der Lack sofort aushärtet, kann das Werkstück ohne Unterbrechung weiterbearbeitet werden.
Eine UV-Trocknungsanlage reduziert den Energieverbrauch im Trocknungsprozess um 45 %. Die Strahler haben eine Lebensdauer von mindestens 120 000 Stunden. Die bei der UV-Trocknung erforderliche Oberflächentemperatur von nur etwa 40° C reduziert nicht nur den Energieverbrauch, sondern schont auch die anderen Ressourcen, u. a. das Werkstück. Im Vergleich zum Lackauftrag von Hand mittels Spritzpistole, Hordenwagen oder Etagentrockner verringert sich die eingesetzte Lackmenge um 90 %. Um eine vergleichbare Oberfläche zu erzeugen, müssen bei der UV-Lackierung ca. 40 g Lack pro Quadratmeter aufgewendet werden, was beim gespritzten PU-Lack ca. 250 g pro Quadratmeter benötigt. Rechnet man noch den Verlust auf dem Weg von der Pistole zur Oberfläche dazu, kommen bei der Spritzlackierung schnell 500 g pro Quadratmeter zusammen. Auch für die UV-Technologie gilt: Gut geschliffen ist halb lackiert. Eine gleichmäßig geschliffene Oberfläche erspart zusätzliche Arbeits- sowie Lackiergänge und somit Kosten.