Konsens beim Typenschlüssel für IDM Wohnen schnell erzielt

Am 29. Januar trafen sich etwa 25 Vertreter aus der Wohnmöbelindustrie, der Softwareentwicklung und Gäste aus dem Möbelhandel zur Sitzung des DCC-Fachbeirats Wohnen in den Räumen des Herforder Verbands. Im Mittelpunkt standen die Grundlagen des neuen Formats IDM Wohnen.

Nach der Begrüßung durch DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer gab dieser einen kurzen Statusbericht, u.a. zu den Vorbereitungsarbeiten zur Etablierung eines neuen Fachbeirats Handel im Daten Competence Centers. Danach wurde über DCC-relevante Themen auf der IMM cologne bzw. Living Kitchen und erste Ausblicke auf kommende Querschnittsthemen, wie ein EDI Logistik, diskutiert.

IDM Wohnen als entscheidende Schnittstelle zum Handel

Im Fokus der Veranstaltung rückten jedoch schnell die Grundlagen des zu entwickelnden Formats IDM Wohnen. Wie bei jeder Pionierarbeit sind eingangs gemachte Fehler oder fragwürdige Kompromisse immer Gegenstand späteren Ärgers oder überdurchschnittlich erhöhter Aufwendungen. Deshalb war es Dr. Plümer und den angereisten Experten wichtig, von Anfang an und gründlich abgewogen einen tragfähigen und zukunftssicheren Typenschlüssel zu entwickeln.

Die Definition eines Typenschlüssels bzw. die Produktklassifizierung bildet in jedem Datenformat die Basis für die spätere Abbildung, Konfiguration, Konstruktion bis hinein in die Preisbildung und Warenwirtschaft. Das Thema ist besonders sensibel, da es die Grenze zwischen den Systemen Hersteller und Handel überschreitet und von beiden Seiten als praktikabel bzw. umfassend akzeptiert werden muss.

Diskussionsgrundlage: Die erweiterte Produktnomenklatur der IMM

Wie Dr. Plümer ausführte, gibt es bereits zwei weltweit am Markt etablierte Klassifizierungssysteme (Eclass und GS1), jedoch bezögen diese sich primär auf den Vertriebskanal B2B. Produkte für Konsumentengeschäfte (B2C) sind darüber schwer abzubilden. Als Diskussionsgrundlage nutzte das DCC in seiner Besprechung eingangs die recht umfangreiche, aber überschaubare Struktur der Produktnomenklatur der internationalen Möbelmesse in Köln. Anhand der vielen zugegangenen Vorschläge der Tagungsgäste und der Orientierung auf „verkäuferisches Denken“ wurde aus diesem Ansatz schnell der Konsens entwickelt, eine einfache zweistufige Struktur im IDM Wohnen abzubilden.

Nutzen und Risiken des „Denkens in Räumen“

Das sich daraus ergebende Problem lag sofort auf der Hand: Das „Denken“ bzw. Kategorisieren in Räumen – also auf einer ersten (obersten) Hierarchie-Ebene mit Wohnen, Schlafen, Speisen, Arbeiten/Büro, Vorzimmer/ Kleinmöbel und Jugend – ist zwar sehr praktisch. Eine eineindeutige Artikelkennziffernvergabe wie beim IDM Küche/ Bad oder Polster ist jedoch durch die häufige Mehrfachzuordnung eines bestimmten Artikels in verschiedene dieser Räume nicht möglich. Ein augenfälliges Beispiel: Ein exakt definierter Stuhl ist gleichermaßen für Schlaf-, Wohn-, Arbeits- oder auch Jugendzimmer einsetz- und verkaufbar. Die Trennung dieser Bereiche im Handel von der Warenwirtschaft bis hin zum Preis für ein und dasselbe Produkt hätte aber konsequenterweise dann jeweils unterschiedliche Artikelnummern für eben jenes Produkt zur Folge – je nach Verkaufsraum bzw. Warengruppe im IDM (1. Stufe). Dass dieser Stuhl unterschiedliche Polsterungen, unterschiedliche Holzarten oder unterschiedliche Bezugsstoffe als Variantenart aufweisen kann macht sehr schnell klar, auf welchen datentechnischen „Gau“ diese Lösung zusteuern würde.

Ein schneller Start und praktikable Strukturen haben Priorität

Der Fachbeirat traf schließlich die Entscheidung, die gemeinsam erarbeiteten Artikel knapp und eindeutig in der ersten Stufe des Typenschlüssels im IDM Wohnen zu beschreiben und alle mit dem Artikel verbundene Funktionen in einer zweiten Ebene auszudifferenzieren.

Der Fachbeirat legte zudem fest, alle Artikel in „planbar“ oder „konfigurierbar“ zu trennen und letztgenannte zuerst – mit einem Zeitfenster von maximal zwei Jahren – im IDM Wohnen zu erfassen. Erst wenn diese Daten belastbar verifiziert sind, werden planbare Wohnmöbel in den Fokus rücken. Wiederholt wiesen die Teilnehmer der Tagung darauf hin, dass der Gesichtspunkt „flache Entscheidungsebenen“ höchste Priorität habe.

Wording, Attribute und Feldgrößen im IDM Wohnen bereits erarbeitet

Einen Großteil der Sitzung belegt anschließend die Festlegung eines detaillierten Wordings für relevante Merkmale und die Definition der Feldgrößen im Format. Alle in den IDM Polster und Küche/ Bad enthaltenen festen Attribute wurden unter Moderation von Hermann Balke (Go-2B GmbH, Gütersloh) einzeln diskutiert und auf die Situation von Wohnmöbeln appliziert oder verworfen.
Die außergewöhnlich schnell und konstruktiv verlaufende Tagung schloss mit Grundsatzfragen zum Katalogaufbau, zur zügigen Vorbereitung von Mediadaten, zu Prüfverfahren und Entscheidungstabellen. Alle Beteiligten waren am Ende berechtigt zufrieden, denn im Vergleich zu den anderen Formaten im DCC liegt das Timing des IDM Wohnen – so Dr. Plümer – absolut an der Spitze.