Vorstand von VHK und Serienmöbelverband diskutieren Demografie und Fachkräftemangel

Am 11. Dezember trafen sich die Vorstände des Verbands der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe e.V. und des Fachverbands Serienmöbelbetriebe des Handwerks e.V., beide Herford, zu ihrer turnusmäßigen Beratung über aktuelle Branchenprobleme und kommende Herausforderungen. Gast dieser vom Vorsitzenden Wilfried Niemann geleiteten Veranstaltung waren Imke Rademacher und Martina Zurmühlen vom Ausbildungsförder-Initiative experiMINT.

 

Den Auftakt zur Vorstandssitzung machte Geschäftsführer Dr. Lucas Heumann mit dem Geschäftsbericht des Verbands. Darin standen die wirtschaftliche Lage der Branche, die IMM cologne, die Aktivitäten des Arbeitskreises Hausmessen und die Mitgliederentwicklung der Verbände im Mittelpunkt. Nach den Ausführungen von Dr. Olaf Plümer zum sehr erfolgreichen Leichtbausymposium 2014 und den wachsenden Aktivitäten des Daten Competence Centers wurde die ernste Situation auf dem Ausbildungsmarkt diskutiert.

Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird schwerer

Auf die immer prekärer werdende Situation rückläufiger Schüler- und abnehmender Azubi-Zahlen für die Möbelindustrie wies Corinna Kronsbein von den Verbänden der Holz- und Möbelindustrie NRW hin. In der Zukunft verschärft werde diese Lage zudem durch den demografischen Wandel und den immer höher werdenden Anteil von Schüler mit dem Bildungsziel Abitur bzw. Studium. Die Möbelverbände sind deshalb Mitglied der Initiative experiMINT e.V., Bielefeld, geworden.

Imke Rademacher (experiMINT e.V., Bielefeld) stellte den ursprünglich vom ostwestfälisch-lippischen Maschinenbau initiierten Verband experiMINT den Vorständen vor. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendlichen und insbesondere Mädchen Technikerlebnisse entlang der Bildungskette zu ermöglichen. Damit ist experiMINT Teil der Gemeinschaftsoffensive ZDI „Zukunft durch Innovation.NRW“ und betreibt Förderzentren mit Blick auf naturwissenschaftlichen Nachwuchs in Bielefeld und Herford.

Schüler und Lehrer für die Möbelindustrie begeistern

Die anschließende Diskussion zeigte unmissverständlich, dass die Branche mit hoher Sensibilität den aufkommenden Fachkräftemangel registriert und vorausschauend darauf reagiert. Ob unternehmensspezifische Ansätze wie die Videoclips „Sei ein EntDECKER“ des Massivholzmöbelherstellers und Vorstandsmitglied Decker aus dem Kreis Höxter, ob übergreifende Gedanken zur Aus- und Weiterbildung minderqualifizierter Auszubildender oder entwicklungswilliger Mitarbeiter: das Thema Bildung steht im absoluten Fokus der Möbelindustrie.

Von allen Anwesenden gleichermaßen bedauert wird das Desinteresse seitens der Lehrerschaft, gemeinsam mit Initiativen wie experiMINT oder interessierten Unternehmen den Schülern wirtschaftliche Zusammenhänge nahezubringen und praxisnahe Erfolgserlebnisse in den Betrieben zu verschaffen. Durchaus interessant ist der diskutierte Ansatz, gemeinsam mit Betriebsräten und der Gewerkschaft das Engagement der Pädagogen zu wecken – denn die Neugier der Schüler an der Möbelindustrie ist unbestritten. Vorstand und Geschäftsführung der Möbelverbände werden zu diesem Thema der Zukunftssicherung unserer Branche weiterhin erfolgsorientierte Lösungen erarbeiten.