Unterstützung für Qualität in der türkischen Baubranche

Die Türkei als größter und dynamischster Baumarkt in Europa möchte das Qualitätsniveau im Land erhöhen, um Baumängel und Schäden zu reduzieren. Aufgrund von Bauschäden durch Ausführungsmängel treibt der türkische Staat deshalb die Qualitätsüberwachung und Zertifizierung von Bauprodukten in der Türkei voran. Aus diesem Grund hat das türkische Normungs- und Prüfinstitut TSE die Unterstützung des ift Rosenheim als internationales Institut gesucht. Am 17. Oktober wurde mit der Vertragsunterzeichnung zwischen Üzeyir Karagöz (TSE Generalsekretär) und Professor Ulrich Sieberath (Institutsleiter ift Rosenheim) die Kooperation feierlich besiegelt.

 

Die türkische Bauwirtschaft bleibt trotz leicht verringerter Konjunktur weiterhin auf Wachstumskurs. Laut einer GTAI-Studie fließen aufgrund demografischer Verschiebungen und einer Land-Stadt-Bewegung etwa 60 Prozent der türkischen Bauinvestitionen in den Wohnungsbau. So nimmt auch die Nachfrage nach Luxuswohnungen in Großstädten nach „Green Buildings“ sowie Passivhäusern zu. Zudem sind türkische Fenster-, Türen- und Fassadenhersteller auch in Richtung Middle East bis nach Indien erfolgreich vertreten. Hierfür sind umfangreiche Kenntnisse der normativen und konstruktiven Grundlagen sowie Qualitätssicherungssysteme notwendig, um qualitativ hochwertige Bauelemente für nachhaltige Wohn- und Gewerberäume zu fertigen.

Mit der Vereinbarung zwischen dem ift Rosenheim und dem TSE soll nun der Wissensaustausch von Experten beider Länder zugunsten einer wirksamen Verbesserung der Produktqualität gefördert werden. Der Vertrag sieht vor, dass das ift Rosenheim die TSE-Prüfeinrichtungen nutzen kann und gemeinsam mit dem TSE auch die ift-Zertifizierungsprogramme im Markt anbietet und so qualitätsbewusste türkische Hersteller unterstützt. Dies verdeutlicht die hohe internationale Akzeptanz der ift-Zertifikate, die weltweit für eine verbesserte Qualität mit Augenmaß steht. Für türkische Hersteller ergeben sich durch die Kooperation u.a. auch folgende Vorteile:

•    Einfachere Logistik und keine Zollgebühren bei Prüfungen, da Probekörper nur innerhalb der Türkei zum Prüfort transportiert werden müssen,
•    Einfachere Nutzung der Fachkompetenz des ift Rosenheim.

Das 1954 gegründete Normungsinstitut TSE mit Hauptsitz in Ankara beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiter in den Bereichen Normenentwicklung, Prüfung, Zertifizierung, Überwachung und Inspektion sowie Weiterbildung. Das TSE verfolgt eine Politik der Harmonisierung türkischer Normen mit den europäischen EN-Normen und hat dies bereits zu über 95 Prozent erreicht.