RUF-Brikettierpresse erspart Zimmerer einen großen Spänebunker und bringt zusätzliche Einnahmen
Probleme mit lästigen Holzspänen kennt Zimmerer-Meister Hermann Schreder aus eigener Erfahrung. Vor drei Jahren hat er damit Schluss gemacht und im Rahmen einer Betriebserweiterung eine ideale Lösung eingeführt: Er verdichtet die Hobelspäne mit einem RUF-Brikettiersystem zu kompakten Holzbriketts, die sich leicht lagern lassen. Mit einem Teil der Briketts beheizt er seinen Betrieb. Die weitaus größere Menge verkauft er als Brennstoff. Allein dadurch amortisiert sich die Brikettierpresse in kurzer Zeit.


Hermann Schreder ist Zimmerer aus Überzeugung. Nach seiner Lehre sammelte er in einem etablierten Betrieb berufliche Erfahrung und bildete sich schon bald zum Zimmerer-Meister weiter. Im Jahr 1999 war es dann soweit: Mit 32 Jahren wagte er in seinem Heimatort Sondermoning (nahe des Chiemsees) den Sprung in die Selbstständigkeit. Seither entwickelt sich das Geschäft gleichmäßig gut. Die ersten Aufträge kamen vor allem aus seiner Heimatgemeinde. Dachstühle, Balkone, Zimmerer-Arbeiten bei Haussanierungen und Neubauten waren so gefragt, dass Schreder bald einen Gesellen und einen ersten Lehrling einstellen konnte. Mittlerweile beschäftigt er neun Mitarbeiter.
Der grundsätzliche Arbeitsablauf ist bei Schreder ähnlich wie bei vielen anderen Zimmerei-Betrieben. In der Werkstatt werden die vom Sägewerk bezogenen Holzbalken für die Montage auf den Baustellen vorbereitet. Sie werden in die richtige Länge gesägt und mit Hobelmaschinen auf die erforderlichen Querschnitte gebracht. Die so zusammengestellten Bausätze können dann vor Ort mit wenig Aufwand zusammengefügt werden. Vor allem wenn die Vierseitenhobelmaschine loslegt und die Balken gleichzeitig von allen vier Seiten bearbeitet, fallen massenweise Späne an und es stellt sich die Frage: Wohin damit?

Spänebunker erforderte viel Platz und Arbeitsaufwand
Zu seinen Zeiten als angestellter Zimmerer hatte Hermann Schreder die Variante mit einem riesigen Spänebunker kennengelernt, in dem die Hobelabfälle gesammelt wurden. Zusammen mit gehäckselten Holzabfällen erzeugten sie später in einer Hackschnitzelheizung Wärme für den Betrieb. Doch nicht nur der Platzbedarf für den Bunker war Schreder schon damals ein Dorn im Auge. Auch der Arbeitsaufwand war enorm: „Im Sommer haben wir die Reste aus dem Bunker geräumt und entsorgt, um wieder Platz zu schaffen.“
Auch in seinem eigenen Betrieb musste sich der Zimmerer-Meister zunächst mit einer unbefriedigenden Lösung arrangieren. „Wir hatten leider nur eine sehr kleine Werkstatt, so dass wir unsere Späne im freien Gelände in einem Lkw-Anhänger sammeln mussten, der rund 18 Kubikmeter aufnehmen konnte.“ In der Praxis erforderte diese Form der Entsorgung einen recht hohen Aufwand und Einnahmen ließen sich auf diese Weise nicht erzielen.

Brikettierpresse wurde beim Neubau sofort eingeplant
Inzwischen ist das anders. Basis dafür war der Umzug in ein neues, nahegelegenes Firmengebäude im Jahr 2011. Dort installierte Schreder sofort eine Brikettierpresse sowie eine Heizanlage, in der Restholz und Holzbriketts verfeuert werden können. Passende Anlagen hatte er im Maschinenhandel von Hans Kalsperger gefunden, der seit 21 Jahren auf Holzbearbeitungsmaschinen spezialisiert ist. Kalsperger hat seinen Sitz in Oberteisendorf und vertreibt unter anderem auch RUF-Brikettieranlagen für geringe Durchsatzleistungen. Mit RUF-Pressen von ihm haben in den letzten Jahren bereits einige Schreiner in der Region begonnen, ihre Sägespäne zu brikettieren.
Die Firma RUF stellt Brikettieranlagen für Holz und sonstige Biomasse mit Durchsatzleistungen bis zu 1.500 kg/Std. her. Speziell für geringe Durchsatzleistungen (30-60 kg/Std.) wurde das Brikettiersystem RUF SZ1 entwickelt und eignet sich damit optimal für kleinere Handwerksbetriebe.
Die Brikettierpresse vom Typ RUF SZ1+ war von Anfang an Bestandteil der Planungen im Neubau. Dementsprechend wurde für sie eine maßgeschneiderte Umhausung an der Außenwand des neuen Betriebsgebäudes erstellt. Mit bis zu 150 bar Betriebsdruck komprimiert der 4 kW starke Hydraulikmotor die Späne und stößt zylindrische Briketts mit einem Durchmesser von 70 mm aus. Die Dicke dieser Scheiben variiert bei Schreder meist zwischen 20 und 30 mm – abhängig von Form und Größe der Späne. Unter dem hohen Druck, der beim Pressen mit der RUF-Anlage entsteht, wirkt das im Holz enthaltene Lignin als natürliches Bindemittel und es müssen keinerlei Zusätze als Binder zugegeben werden. Die Briketts bleiben mit knapp 1 kg/dm3 zuverlässig in ihrer Form und weisen eine deutlich höhere Dichte als unkomprimiertes Holz auf. Die Briketts verfügen über ausgezeichnete Brennwerte und zeichnen sich durch ihre aschearme Verbrennung aus.

Optischer Sensor startet und stoppt die Anlage automatisch
Mit einer Silogröße von 1000x1000x970 mm kann die RUF SZ1+ von Haus aus rund 800 Liter Späne aufnehmen und daraus pro Stunde bis zu 60 kg Briketts pressen. Um für noch größere Spänemengen gerüstet zu sein, installierte Hermann Schreder direkt über dem Silo der Presse einen zusätzlichen Vorratsbehälter, der bis zu zwölf Kubikmeter fasst. „Vor allem wenn wir mit der Vierseitenhobelmaschine viele Balken hintereinander bearbeiten, fällt sehr schnell sehr viel Material für die Presse an, das dann nach und nach brikettiert werden kann“, berichtet Schreder.
Die Anlage startet automatisch, sobald ein gewisser Füllstand im Silo erreicht wird. Als Auslöser dafür dient ein optischer Sensor. Sinkt die Spänemenge im Silo unter den Start-Wert, produziert die Presse noch eine festgelegte Zahl von Briketts und stoppt, kurz bevor das Silo komplett geleert ist. Sobald neues Material nachgefüllt wird, läuft das Brikettiersystem wieder automatisch an.
Ebenfalls ohne manuelles Zutun schiebt die Presse die Briketts über eine Auslaufrinne in bereitstehende Auffangbehälter. In der Zimmerei Schreder sind das entweder die Gitterboxen, die zur Lagerung der Briketts dienen, oder Kunststoffbehälter, aus denen die Briketts später in die Lagerboxen umgefüllt werden. Pro Jahr kommen auf diese Weise 50 bis 70 Kubikmeter Briketts zusammen – weit mehr, als das Unternehmen für die Beheizung des Firmengebäudes benötigt. Dafür hat Schreder eine Heizung mit einer Leistung von 49 kW installiert, in der er vorwiegend Restholz verfeuert. Die wertvollen Briketts verwendet er als ergänzendes Heizmaterial.
Den weitaus größeren Teil verkauft er direkt ab Werk an Kunden aus der Region, die damit ihre Häuser beheizen. Hermann Schreder verarbeitet in seiner Zimmerei Fichte, Lärche und teilweise Eiche. Ohne dass eine zusätzliche Trocknung nötig wäre, können die Späne der Brikettieranlage direkt zugeführt werden. Grundsätzlich gilt; die Späne sollten einen Restwassergehalt von 15% nicht überschreiten, um eine gute Brikettqualität zu erzielen.
Unterm Strich rechnet Schreder damit, dass sich die RUF-Anlage allein durch den Brikettverkauf nach etwa vier Jahren amortisiert haben wird. Dabei sind die wesentlichen Vorteile, nämlich das vereinfachte Handling sowie die Zeitersparnis beim Umgang mit den Spänen noch vollkommen unberücksichtigt.

Zur Inbetriebnahme reicht ein „Knopfdruck“ auf dem Touchscreen
Da die RUF-Presse sehr eng in den Betriebsablauf eingebunden ist, sind für Hermann Schreder Zuverlässigkeit und Service sehr wichtige Kriterien. Er erklärt: „Die Presse dürfte bei uns nicht lange ausfallen. Denn wenn der Spänebunker voll ist, droht unserem gesamten Betrieb ein Stillstand. Das ist aber noch nie passiert. Dementsprechend wichtig waren mir vor dem Kauf die positiven Rückmeldungen, die Hans Kalsperger von Kunden erhalten hatte, die bereits RUF-Pressen einsetzen.“
Die Entscheidung hat der Zimmerer-Meister nie bereut. Der positive Eindruck, der bereits bei der Lieferung der Presse entstand, hat sich im laufenden Betrieb bestätigt. Der RUF-Monteur stellte die Anlage auf und schloss sie an. „Da die Brikettierpresse bereits programmiert war, mussten wir nur noch Späne einfüllen und die Anlage per Knopfdruck starten. Seither presst sie die Hobelspäne zuverlässig zu leicht handhabbaren Briketts“, fasst Schreder seine Erfahrungen zusammen. Lediglich einmal musste er den Service von RUF in Anspruch nehmen. Durch einen Bedienfehler beim Wiederanfahren nach einem Stromausfall war der Endschalter des Presskolbens etwas verschoben worden. In diesem Fall reichte ein Telefonat mit dem Servicetechniker von RUF, um das Problem zu finden und zu beseitigen. „Ich habe den Endschalter wieder in die richtige Position gebracht – und seither arbeitet die Presse wieder zuverlässig und störungsfrei“, berichtet Schreder.